Über 80% aller bestehenden Heizungsanlagen weisen auf ein immenses Optimierungspotenzial hin. Der hydraulische Ausgleich sorgt für die optimale Strömungsverteilung in einem Heizungssystem, wodurch die richtige Wassermenge zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung steht.
Eine optimale Strömungsverteilung ist nicht nur eine Frage der Suche nach geeigneten Komponenten, sondern erfordert auch ein gutes Verständnis eines Heizsystems. Ihr System muss analysiert, berechnet, angepasst und optimiert werden.
Der hydraulische Ausgleich ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Optimierung von Heizungsanlagen. Obwohl alle Experten diese Maßnahme kennen, ist es immer noch schwierig, klare Unterscheidungen zwischen ihren Varianten zu treffen – statisch, dynamisch und automatisch. Dies liegt daran, dass keine klare Terminologie entwickelt wurde und die einzelnen Bezeichnungen daher inkonsistent verwendet werden. Daher ist es an der Zeit, Klarheit und Ordnung bei den Bezeichnungen zu schaffen. In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick über die Varianten des hydraulischen Abgleichs und zeigen Differenzierungsmöglichkeiten auf.
Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Der hydraulische Ausgleich sorgt dafür, dass die richtige Wassermenge im Heizsystem verteilt wird. Ihr Hauptziel ist es daher, das heiße Wasser optimal zu nutzen.
Um individuelle Raumtemperaturen/Regelungen für jeden Heizkörper zu ermöglichen, müssen Heizkörperventile mit Voreinstellung eingesetzt werden, um die Massenströme der Heizungsanlage individuell zu regeln. Die Voreinstellung sorgt dafür, dass in jedem Heizkörper oder Heizkreislauf nur so viel heißes Wasser bereitgestellt wird, wie zur Erreichung der gewünschten Raumtemperatur benötigt wird
Alles, was Sie über den hydraulischen Ausgleich wissen müssen
Wann sollte welche Art von Abgleich verwendet werden?
Es sollte immer zuerst entschieden werden, welche Abgleichvariante – statisch oder dynamisch – für das jeweilige System sinnvoll ist, da das automatische System beide Konzepte ergänzt oder als Alternative fungiert.
Für Klein- oder Einfamilienhäuser, für Fußbodenheizungen in bestehenden Gebäuden liefert die statische Vorbilanzierung in Kombination mit einer automatischen Durchflussregelung auf Basis der Raumtemperatur aufgrund der Trägheit des Systems die besten Ergebnisse. Die dafür notwendigen Komponenten sind einfach nachzurüsten.
Bei Heizkörpersystemen in Ein- oder Mehrfamilienhäusern hingegen bietet die Kombination aus dynamischem Abgleich und Automatisierung das größte Optimierungspotenzial, sei es im Neubau oder im Bestand. Diese Lösung spiegelt insbesondere das veränderte Nutzerverhalten optimal wider.
In Großanlagen mit mehr als 20 Heizkörpern oder Heizkreisläufen müssen an den Heizkörpern oder in den Steigleitungen immer druckunabhängige Ventile eingesetzt werden, da sonst die temperaturabhängigen Regelung nicht zuverlässig funktioniert.
Lesen Sie mehr über andere Arten des hydraulischen Abgleichs

Beim statischen hydraulischen Abgleich werden die Massenströme manuell über druckabhängige Ventile geregelt. Hier werden die Massenströme ausschließlich für Volllastfälle berechnet und eingestellt – eine effizienzoptimierte Heizungswasserverteilung ist daher nur auf die maximale Auslastung der Heizungsanlage ausgerichtet. Das bedeutet, dass der Teillastfall oder variierende Lastverhältnisse mit dieser Lösung nicht abgebildet werden können – weshalb sie als statischer Abgleich bezeichnet wird.

Der dynamische hydraulische Abgleich hält die Wasserströme und den Differenzdruck der Heizungsanlage im gesamten Gebäude unter allen Lastbedingungen konstant und bietet insbesondere in großen Gebäuden ein hohes Energieeinsparpotenzial.

Der automatische Abgleich kann zusätzlich zu oder als Alternative zum statischen oder dynamischen Abgleich verwendet werden. Automatische Abgleichlösungen nutzen eine intelligente digitale Systemsteuerung, um einen kompletten hydraulischen Abgleich ohne aufwändige Vorberechnungen ideal umzusetzen

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